External research project | Exhibit in Berlin | BIGGER THAN LIFE. Ken Adam's Film Design

DEUTSCHE KINEMATHEK _Museum für Film und Fernsehen

11.12.2014 to 17.05.2015

Sir Ken Adam is one of the most innovative and most influential production designers of our time. His sets for Stanley Kubrick’s DR. STRANGELOVE (1964) and the James Bond films from DR NO (1962) to MOONRAKER (1979) – all spectacular and trendsetting designs in equal measure – have written film history. In 2012, Adam, who was born in Berlin in 1921 and had to go into exile with his family in 1934, gave his entire artistic œuvre to the Deutsche Kinemathek, including more than 4000 drawings. The forthcoming exhibition takes a new look at the work of this unusual artist and designer, while also allowing Ken Adam’s creative process to come to life through multimedia presentations.
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Konzeption und Entwurf der Modelle _Carolin Höfler, Matthias Karch

Bei den Raumobjekten, die eigens für die Ausstellung Bigger Than Life – Ken Adam's Film Design in der Deutschen Kinemathek gebaut wurden, handelt es sich weder um getreue Rekonstruktionen ehemals vorhandener Modelle von Ken Adam oder seiner Mitarbeiter noch um maßstäbliche Verkleinerungen von Filmräumen. Vielmehr imaginieren sie potenzielle Verräumlichungen von Skizzen, die Adam zu einzelnen Filmsets angefertigt hat. Hierdurch verkörpern sie nicht nur ein dienendes Verhältnis des Modells zum Modellierten, sondern bezeugen vielmehr ein komplexes Geflecht von Effekten und Rückwirkungen auf Bild und Raum.

Der Prozess der Verwandlung von der Skizze in das dreidimensionale Modell ist ein Prozess der Aushandlung verschiedener Möglichkeiten zwischen der Interpretation der Zeichnung durch den modellbauenden Betrachter, dem materiellen und medialen Eigensinn der Modelle und ihrer Bedeutung als Stellvertreter einer baulichen und filmischen Realität. Der Fokus der Modelle liegt auf der Strukturbildung der Filmräume. Hierbei werden die für Adam typischen schwarzen und weißen Linien seiner Filzstift-Zeichnungen, die sich in Hell-Dunkel-Abstufungen abwechseln, in serielle Raumstrukturen und rhythmische Kompositionen aus Licht und Schatten übersetzt. Wie Adams Zeichnungen zeigen die Modelle einen ausgewählten Raumausschnitt aus einem bestimmten Blickwinkel und suggerieren dem Betrachter die Anwesenheit weiterer, verborgener Räume. Zum Gegenstand der Modellbildung wird auch das Prinzip der Bewegung, dem Adams Zeichnungen und Filmräume verpflichtet sind.

In der Ausstellung werden die Modelle, quasi als Versuchsanordnung, erstmals präsentiert. Das zeichnerische Ausgangsmaterial und das vorläufige Ergebnis des Modellexperiments liegen ebenso offen zutage wie die Lichtquellen als Form generierende Einflussfaktoren. Jenseits der Frage, ob die Modelle auf den gezeichneten Bildraum zurück- oder auf den gebauten Filmraum vor-verweisen, repräsentieren sie auch und vor allem sich selbst. Losgelöst von ihren Urhebern entfalten sie ein Eigenleben, wodurch nicht nur die bewusst ins Auge gefassten Aspekte der Modelle zur Wirkung kommen, sondern auch solche, von denen man bisher keine Kenntnis hatte. Jenseits der Aufgabe bloßer Repräsentation können die Modelle so helfen, Adams komplexe Tätigkeit der Raumbildung zu erschließen und in anschaulicher Weise zugänglich zu machen.
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Redesign and rematerializing of Ken Adam's set models _Prof. Matthias Karch with Prof. Dr. Carolin Höfler (Köln), in collaboration with Lara Wischnewski, Benedikt Engelke and Janis Roesner.

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Publication with foreword from Daniel Libeskind _KERBER Verlag

'Die Filmsets von Ken Adam haben meine Vorstellungskraft ganz entscheidend entfacht. Nicht, dass ich sagen würde ‚Ich baue jetzt das Set von James Bond nach… Aber die Welt von Ken Adam hat meine Erwartungen an Raum, Licht und Farbe in der Architektur ganz einfach auf ein anderes Niveau erhoben.' _Daniel Libeskind.