IMD _Institute of Media and Design

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Dr. Philipp Reinfeld

Philipp Reinfeld ist stellvertretender Leiter des Institute of Media and Design. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Position eines Akademischen Rates.

VR DESIGN LAB

Forschungsprojekt: Entwerfen virtueller Realitäten
Philipp Reinfeld forscht zu den Auswirkungen bildlich-medialer Raumrepräsentation auf die Rezeption und Produktion von Architektur und Stadt. Mit Smartphones aufgenommene und online verschickte Kamerabilder, die sich in der Masse ihrer Verbreitung heute zu einer eigenen Kommunikationsform entwickelt haben, bedingen einen fotografischen Zugang zur Welt, der immer weniger auf die dokumentarische Bezeugung von etwas ehemals Geschehenem abzielt, als vielmehr auf die sich laufend wiederholende, visuelle Veräußerung eigenen Handelns im „Hier und Jetzt“. Es stellt sich die Frage, ob diese neuen „Kamera-Bildwelten“ die Architekturproduktion im Sinne eines Übersprungs bildlicher Logik in räumliche Materialisierungen spezifisch zu bestimmen beginnen – historisch vergleichbar mit den Auswirkungen von in der Neuzeit entwickelten Perspektiv-Bild-Methoden auf architektonische Raumgestaltungen jener Zeit. Dem Forschungsansatz liegt die Überzeugung zugrunde, dass in der Architekturproduktion zwischen Entwurf und Entwurfsmedium stets ein wechselseitiges Bedingungsverhältniss besteht – dass schon die Wesensarten medialer Techniken und Methoden der Umweltaneignung die Entwurfsarbeit maßgeblich mitbestimmen.

Vor dem Hintergrund dieser Thematik beschäftige sich Philipp Reinfeld aktuell mit den Potenzialen „Virtueller Realitäten“, wie sie durch die Verfügbarkeit sogenannter VR-Brillen seit kurzem auch für den Gestaltungsprozess in Design und Architektur relevant zu werden beginnen. Der voll-immersive Zugang zum Phänomen der „Virtuellen Realität“, der durch die VR-Brillen der neuesten Generation realisierbar wird, ändert nicht nur die Möglichkeiten der Visualisierung und damit der Wahrnehmung der Ergebnisse gestalterischen Handelns, sondern er birgt auch das Potenzial, den Prozess des Entwerfens selbst grundlegend zu transformieren. Dabei geraten die Grenzen zwischen Virtualität und Wirklichkeit in einen Zustand von Unsicherheit – ihre Bestimmungen werden verfügbar. Was passiert wenn die virtuelle Realität direkt auf die real-physische Umgebung des Betrachters in Echtzeit bezogen wird? Durch die bewusste Überlagerung von virtuellem Wahrnehmungsraum und körperlich erfahrbarem Bewegungsraum kommt es zu neuartigen Verwicklungen zwischen „körperlichem Hier“ und „bildlichem Dort“. Der dynamisch und richtungsoffen verhandelbare Bildraum digitaler Virtualität eröffnet ein „projektives Moment", welches den gestalterischen Entwurf alternativer Raumzustände zu einem integralen Teil der Funktionalität des Mediums macht.

Akademische Laufbahn

2016 schloss Philipp Reinfeld sein Doktoratsstudium am Institut für Architekturtheorie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck mit der Verleihung des akademischen Grades „Dr. der technischen Wissenschaften“ ab (Erstbetreuer Prof. Bart Lootsma, Zweitbetreuer Prof. Matthias Karch). Die Dissertationsschrift trägt den Titel „Image-Based Architecture. Fotografie und Entwerfen“. Sie ist in einer überarbeiteten Fassung im Januar 2018 im Wilhelm Fink Verlag erschienen. Seit 2008 arbeitet Philipp Reinfeld als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IMD, zuvor war er künstlerischer Mitarbeiter beim Postgraduierten Studiengang für Architektur und Stadtforschung „a42.org“ (Leitung Prof. Arno Brandlhuber) an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Reinfeld studierte Architektur an der TU Berlin (Dipl.-Ing.) und Architektur und Stadtforschung an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (M. Arch.).

Beruflicher Werdegang

Zwischen 2006 und 2013 war Reinfeld als Partner im Architekturbüro BOOM (ehemals ERA) in enger Büropartnerschaft mit Brandlhuber+ in Berlin tätig (u.a. Atelierhaus Brunnenstr. 9). Von 1999 bis 2005 leitete er gemeinsam mit Arne Mittig das Berliner Planungsbüro Mittig/Reinfeld für Kunst und Architektur (Projektpartnerschaften u.a. mit Olaf Nicolai, Thomas Demand, Via Lewandowsky, Isa Melsheimer und Rirkrit Tiravanija). Philipp Reinfeld war von 1996 bis 1999 Vorstandsmitglied in dem kollektiv geführten Ausstellungs- und Veranstaltungsort „Galerie berlintokyo“, nahe der Hackeschen Höfe in Berlin.

Auswahl Lehr- und Forschungsprojekte

Virtual Reality Design Lab
• VR ON SITE: Fieldstation Berlin Teufelsberg

Interdisziplinäre Tagung „Mit weit geschlossenen Augen. Simultanes Entwerfen in Bild und Raum“, Köln International School of Design.

• Interdisziplinärer Virtual-Reality-Workshop „With Eyes Wide Shut", Köln International School of Design.

„THIS IS REAL“ | Entwerfen virtueller Bewegungsräume.

„Entwerfen reeller Virtualitäten" | Mediale Entwurfsprozesse.

Entwurf bildbasierter Architekturen
Ausstellung „Photo-Based Architecture. Virtuelle Realitäten entwerfen“.

Vortragsreihe „Image-based Architecture“ im Rahmen der Institutsvorlesung MEDIALE ENTWURFSPROZESSE.

„Image Based Architecture" | Mediale Entwurfsprozesse.

„Photopology"

„PanOrama: Alles sehen"

„RAUMPARALLAXE"

"PhotoStitching Reality_2"

„bit-mapping space" | Photographic spatial structures

„Bild. Raum. Projektion." – Raumzeichnen

Entwurfsprojekte „Zukunft Vergangenheit“
• „Expo 2000 – Eine neue Welt vergeht“ / „Zukunft Leben – Wohnen Jetzt“ – Entwurf experimenteller Wohnkonzepte auf dem Ostgelände der ehemaligen EXPO 2000, Hannover.

„Projekt 17/5001“ – Ceci n‘est pas une Atom-Schutzbunker, Prenden.

„HBT _HACKING BERLIN TEUFELSBERG“.

Auswahl Veröffentlichungen

• Tagungsband zur VR-Konferenz „Mit weit geschlossenen Augen. Virtuelle Realitäten entwerfen“, Carolin Höfler / Philipp Reinfeld (Hg.), Wilhelm Fink (in Bearbeitung).

• „Image-Based Architecture. Fotografie und Entwerfen“. Veröffentlichung Januar 2018, Wilhelm Fink.

• „Bildkonstruktionen" / „Photopology – Bit Mapping Space", Jahrbuch Architektur 2014, Technische
Universität Braunschweig, Department Architektur, Braunschweig, 2014.

• „Locationtown", Onlinemagazin des Lehrstuhls für Architekturtheorie, Prof. Bart Lootsma, www.architekturtheorie.eu, Universität Innsbruck, 2011.

• „Zelluläre Landschaften” in „StadtPerspektiven: Positionen und Projekte zur Zukunft von Stadt und Raum", Christa Reicher, Silke Edelhoff u.a. (Hg.), Krämer, Stuttgart, 2008.

• „Kimilsungia” in „Die Planung - A Terv”, Editors: Sandra Bartoli, Silvan Linden u.a., Berlin/Budapest, 2007.

• „Sanierungskonzept Potsdamer Platz”, in „Disko 3“, Arno Brandlhuber (Hg.), Nürnberg, 2006.

Auswahl Vorträge

• Vortrag „THIS IS REAL – Entwerfen reeller Virtualitäten“ im Rahmen des 7. Symposiums „Design and Research in Architecture & Landscape“, am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, Fakultät für Architektur und Landschaft, Leibniz Universität Hannover. (2017)

• Fünfteilige Vorlesung „Image-based Architecture“ im Rahmen der Vorlesungsreihe MEDIALE ENTWURFSPROZESSE des Institutes of Media and Design (IMD), Department Architektur, TU Braunschweig. (2016/17)

• Gastvortrag „Image-based Architecture" im Rahmen der Vorlesungsreihe "Architekturtheorie_M", Institut für Architekturtheorie, Universität Innsbruck. (2016)

• Vortrag im Rahmen des internationalen Workshops „Media Agency. Practices of Decoding and Encoding Contemporary Architectural Media“ an der TU Berlin, Institut für Architektur. (2016)

• Vortrag „Ambiguous Composing", im Rahmen der Vortragsreihe "KISDtalks", Köln International School of Design (KISD), TH Köln. (2015)

• „Photopology – Bit Mapping Space", im Rahmen der Tagung "Gestaltung operativer Bilder", Köln International School of Design (KISD), TH Köln. (2014)

• Vortrag „Photopology – Bit Mapping Space", Vorlesungssymposium "Mediale Entwurfsprozesse", Institut für Mediales Entwerfen, Department Architektur, TU Braunschweig. (2014)

• Gastvortrag „Photopology – Bit Mapping Space"am Fachgebiet Architekturdarstellung und Gestaltung, Inst. f. Architektur, TU Berlin. (2013)

• Vortrag „BITMAPPING SPACE", 6. Promotionskolleg Netzwerk Architekturtheorie, UdK, Berlin. (2012)

• Vortrag „Zelluläre Landschaften”, Symposium “Mikrolandschaften”, Landesmuseum Münster. (2006)

• Gastvortrag “WENN FERNSEHEN BAUT” Universität Hannover, Inst. für Landschaftsarchitektur. (2006)

• Gastvortrag „Locationtown”, TU Delft, Faculty of Architecture. (2005)

• Vortrag „Zufriedenheit, Schönheit, Glück und Freude” “Urban Drift Event”, Berlin. (2002)

• Gastvortrag „Vom Leben der Dinge” an der Hochschule für bildende Kunst Hamburg, Fachbereich Design. (2002)

• Gastvortrag „Ick glob mir knutscht ’ne Galerie” an der Kunstakademie München. (1999)

Auswahl Preise und Auszeichnungen für architektonische Projekte

• Architekturpreis Berlin, Galerie- und Ateliergebäude Brunnenstr. 9, brandlhuber+ / ERA. (2013)

• BDA Preis Berlin, Galerie- und Ateliergebäude Brunnenstr. 9, brandlhuber+ / ERA. (2012)

• „Die 23 besten Bauwerke in / aus Deutschland”, DAM Preis für Architektur in Deutschland 2010, Galerie- und Ateliergebäude Brunnenstr. 9, brandlhuber+ / ERA. (2011)

• „Perspektive Burg Wissem", Troisdorf, 2. Preis Realisierungswettbewerb, brandlhuber+ / BOOM Reinfeld/Steinbeck. (2008)

• „Studio buildings Lehrter Strasse (House 6)", 2. Preis Wettbewerb Atelier- und Wohngebäude, brandlhuber+ / ERA. (2007)

• „Studio buildings Lehrter Strasse (House 8)", 2. Preis Wettbewerb Atelier- und Wohngebäude, brandlhuber+ / ERA. (2007)

• „Flying the flag" Ankauf Gestaltung der Erweiterungsfassade des Rhein-Center Köln-Weiden, brandluber+ / ERA. (2006)

• Förderpreis des Bundes Deutscher Baumeister für die Diplomarbeit "CARTOW – Im Osten was Neues" (2003)